Manga-Eigenproduktionen: The State of the (Germangaka) Art

Veröffentlicht: Mittwoch, 12. Februar 2014

Manga Eyes

Nicht alle Manga kommen aus Japan. Es gibt auch deutsche Eigenproduktionen, die durchaus mit den asiatischen Originalen mithalten können. Dies werde jedoch von den großen deutschen Manga-Verlagen nicht entsprechend gewürdigt. Heißt es. Ein kürzlich vom Tagesspiegel veröffentlichter Artikel attestiert den großen Verlag gar Versagen auf ganzer Linie. Ist das so? CRON hat investigiert.

Wenn »Manga-Rebellen« Missstände aufzeigen …germany48
Carlsen, Tokyopop & EMA setzen sehr wohl auf Nachwuchsförderung

Aus Frust macht man so einiges, was man später vielleicht einmal bereut. Man schreibt zum Beispiel unzureichend recherchierte Texte wie Die Manga-Rebellen vom als grimmiger Grabenkämpfer bekannten Michel Decomain, der sich auch als Selbstverleger und Manga-Autor versucht. Darin wird den etablierten großen deutschen Manga-Verlagen pauschal Versagen vorgeworfen, und zwar wenn es darum geht, den deutschen Mangaka-Nachwuchs zu fördern. »Bitter nötige Betreuungsarbeit« werde einfach nicht geleistet. Und weiter wird resümiert: »Verlagsleitungen konnten und wollten sich keine langfristige Förderung leisten. Bevor die jungen Talente überhaupt ihre Fähigkeiten entfalten konnten, fanden viele hoffnungsvolle Karrieren ein Ende.«

Nun ist der deutsche Comicmarkt in so gut wie allen Bereichen, ob frankobelgische Alben, Superhelden-Serien, Disney-Comics oder eben auch Manga ein Lizenzmarkt. Und Eigenproduktionen, in größerem Stil betrieben, erfordern besondere äußere Umstände, die en detail von keinem deutschen Verlag so mir nichts dir nichts zu kalkulieren sind. Und hätte sich der anklagende Autor richtig bei den betroffenen Stellen erkundigt, hätte er sehr schnell ein wesentlich differenzierteres Bild gewonnen.

CRON hat recherchiert und bei den großen Manga-Verlagen nachgefragt. Zwei Fragen standen im Raum: »Was gibt es zu der Situation, wie in dem Artikel beschrieben zu sagen?« und »Wieso gibt es bei Euch kaum Eigenproduktionen?«

Der offene Diskurs zeigt, dass eine Einteilung in »Groß und Klein« für Gemeinschaftsproduktionen (und einen gesunden Markt) wenig zielführend ist und auch in der Independent-Szene Licht und Schatten zu finden sind.

Wir präsentieren nachfolgend die andere Seite der Medaille, die man bei vorschnellen Verurteilungen der »Großen« stets beachten sollte. [MH]


Zu den Stellungnahmen der großen Manga-Verlage

Teil 1: Kai-Steffen Schwarz (Carlsen Manga)
Teil 2: Dr. Joachim Kaps (TOKYOPOP)
Teil 3: Jonas Blaumann (Egmont Manga)
Teil 4: Patrick Peltsch (KAZÉ Manga)