Neues monatliches Comicmagazin: PENG!

Veröffentlicht: Freitag, 01. April 2016

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Ist das der letzte Versuch, ein monatliches Comicmagazin in Deutschland zu etablieren? Im Juni 2016 startet PENG! (Untertitel: »Das große deutsche Comicmagazin«) und verspricht auf 100 Seiten hochwertige Comiclektüre. Los geht's bereits im Mai. Und zwar mit einer Launch-Party auf dem Comic-Salon in Erlangen.

Das große deutsche Comicmagazin PENG! startetgermany48
Etablierte Künstler und Nachwuchsförderung

Der Markt für massenkompatible Comicmagazine sei tot, heißt es. Zwar gibt es nach wie vor das Magazin Zack, das Jahr ein, Jahr aus, jeden Monat pünktlich erscheint, aber darüber hinaus konnte sich seit Jahren kein Periodikum mehr dauerhaft etablieren. Frischen Wind soll nun das neue Magazin PENG! auf den hiesigen Comicmarkt bringen.

Verantwortlich für PENG! ist die umtriebige Edition Alfons, die bereits erfolgreich Fachmagazine wie REDDITION oder ALFONZ verlegt und zuletzt 2014 das Prestigeobjekt CAMP lancierte, dessen Debütausgabe kurze Zeit nach Erscheinen fast ausverkauft war und von euphorischer Leserresonanz begleitet wurde.

Das Titelbild von PENG! Nr. 6/2016

Das neue Magazin PENG! wird ebenfalls herausgegeben von dem Duo Volker Hamann und Matthias Hofmann, wobei letzterer die Chefredaktion übernimmt. Dafür gibt er allerdings den Chefsessel bei ALFONZ ab und widmet sich in Zukunft ausschließlich der nachhaltigen Etablierung von PENG! »Das ist eine sehr reizvolle Aufgabe«, so Hofmann, »denn es gilt, neben bekannten und erfolgreichen Autoren und Künstlern, auch Nachwuchskünstlern eine Chance zu geben, die echtes Potential haben, und diese aufzubauen und ihnen Raum zur Weiterentwicklung zu geben.«

Man will jedoch kein zweites U-Comix machen und ausschließlich auf deutsche Comiczeichner setzen. Es soll eine Mischung aus deutschen Erstveröffentlichungen und ausländischen Lizenzen zusammengestellt werden, wobei der Schwerpunkt durchaus auf deutschsprachigem Material (inkl. Österreich und Schweiz) liegt.

Die Debütausgabe umfasst 100 Seiten und erscheint am 2. Juni 2016 im Handel mit einer stattlichen Auflage von 60.000 Exemplaren. Sie wird zum »Kennenlernpreis« von 5 Euro zu haben sein. Ab der Nr. 7/2016 soll das Magazin 7,80 Euro kosten. Eine exklusive 32-seitige Leseprobe wird zum Comic-Salon in Erlangen angekündigt, wo der Launch des Magazins mit einer großen Party gefeiert werden soll.

Das Lizenzmaterial wird vorwiegend aus Frankreich und Belgien kommen, wobei man hier mit etablierten Verlagen kooperiert und eine Vorabveröffentlichung von albenlangen Geschichten in zwei bis drei Fortsetzungen plant. Zum Debüt startet die packende Krimiserie Wonderball von Starzeichner Colin Wilson. Die Serie umfasst im Original drei Alben, die alle noch 2016 zügig in PENG! abgedruckt werden sollen. Darüber hinaus bietet die erste Ausgabe Comics von Matthias Schultheiss, Ralf König, Isabel Kreitz, Viktor Bogdanovic, Schwarwel und Reinhard Kleist, wobei letzterer erste Einblicke in seine neue Graphic Novel über den Musiker Nick Cave geben wird. Für kommende Ausgaben wurden bereits Comics von Künstlern wie Étienne Davodeau, Laura Zuccheri, Kristina Gehrmann, Wittek, Lukas Kummer oder Ingo Römling eingekauft.

Ein Heft wird zu 80% aus Comics bestehen und der restliche Platz soll mit, so Hofmann, »intelligenten Texten« bestritten werden. Zum Debüt konnte man zwei Schwergewichte verpflichten: Georg Seeßlen schreibt in seinem Essay über den stärker werdenden Einfluss, den die Neunte Kunst auf das Medium Film hat, und Denis Scheck wird regelmäßig mit der Kolumne »Frisch auf den Tisch« in prägnanter Weise fünf Comicneuheiten bewerten, und zwar in Form von Haikus, einer traditionellen japanischen Gedichtform.

Die finanzielle Seite ist, anders als bei Comicmagazinen üblich, langfristig gesichert. Mit VW konnte man gar einen Sponsor aus der Automobilbranche gewinnen, der PENG! zumindest für zwei Jahre finanziell unter die Arme greifen wolle. »Einen so großen Konzern im Rücken zu haben, macht meine Aufgabe leichter und außerdem sind 24 Nummern von Beginn an garantiert«, so der Chefredakteur. Als Tribut an die Marke »Volkswagen« ist ab Herbst eine Serie von Autocomics geplant, in denen ein Auto aus dem Wolfsburger Konzern eine Rolle spielt. Dazu wird es einen Wettbewerb geben, der im Mai ausgeschrieben wird. Gesucht werden dann Kurzgeschichten mit 8-12 Comicseiten. Natürlich wird es pro Abdruck lukrative Honorare geben. Und ein Hardcover-Sammelalbum mit dem kompletten Material ist für Mai 2017 geplant, rechtzeitig zum 80. Geburtstag der Volkswagen AG. [MH]

UPDATE (02.04.16): Entwarnung