Frisch Gelesen Folge 114: Jack Wolfgang, Bd. 2

Hauptkategorie: Rezensionen Kategorie: Schreiber & Leser Veröffentlicht: Sonntag, 19. Mai 2019 Geschrieben von Bernhard Erdmann

 »Neben meinem Job bei der CIA bin ich Restaurantkritiker, Feinschmecker und gelernter Koch. Sie werden verstehen, dass ich bei der Erwähnung von Currywurst zusammenzucke.«


 FRISCH GELESEN: Archiv


Jack Wolfgang, Bd. 2: »Der Wolf tanzt«

Story: Stephen Desberg
Zeichnungen: Henri Reculé

Schreiber & Leser
Hardcover | 64 Seiten | Farbe | 16,95 €
ISBN: 978-3-946337-88-1

Genre: Krimi
Für Leser, die: Spaß an »tierischen« Agentenstorys haben


 

Nachdem CIA-Agent Jack Wolfgang bei seinem Debütauftritt die Ernährungsindustrie vor einem Kollaps bewahrt hat, steht nun nichts Geringeres als der Weltfrieden auf dem Spiel. Den hat nämlich ein größenwahnsinniger Täuberich im Visier, dem jedes Mittel Recht ist, um seine finsteren Pläne in die Tat umzusetzen.


Der Gegenspieler im zweiten Band: ein größenwahnsinniger Täuberich.

Wer den ersten Band von Stephen Desbergs und Henri Reculés tierischer Agentenstory bereits gelesen hat, weiß, was ihn hier erwartet: Die Tierwelt hat einen antropomorphen Anstrich bekommen und bildet eine mehr oder weniger friedliche Koexistenz mit der Menschheit auf Augenhöhe. Neben den äußeren Wesenszügen und Gehabe übernehmen die tierischen Zeitgenossen dummerweise auch menschliche Macken wie beispielsweise kriminelle Energien, Größenwahn und weitere sinistre Eigenschaften.


Tiere mit menschlichen Macken: Jack Wolfgang entkommt seinen Verfolgern.

Der Täuberich Lord Horace Beckett ist so ein Kandidat. Mit seinem globalen Kurierdienst Flux (»Lieferung an jeden Ort weltweit in höchstens 20 Minuten!«) hat er es zu exorbitanten Reichtum geschafft und darüber hinaus besitzt sein Unternehmen dermaßen Rechenpower, dass es damit allerhand Schabernack anstellen kann. Beste Voraussetzungen also, um die Weltherrschaft an sich zu reißen. An welchen real-existierenden Techgiganten und sein Geschäftsmodell der Autor bei diesem Szenario wohl gedacht haben mag?

 
Rund um die Welt im Einsatz: Dieses Mal geht es unter anderem nach London.

Im Vergleich zum ersten Band ist die Story diesmal jedoch etwas dünn und weniger fesselnd geraten. Zum Ende hin wirkt sie sogar wie mit der heißen Nadel gestrickt und nicht sehr stimmig. Reculés Artwork hingegen ist weiterhin auf hohem Niveau und sehr detailliert. Den Spaß, den er beim Zeichnen hat, sieht man den Panels an. Immer wieder ist eine Seite mit augenzwinkernden Einlagen seiner Vorbilder beziehungsweise seiner Einflüsse aus der Popkultur (Dagobert Duck, Kermit der Frosch, Batman, etc.) darunter. Leider gibt es im vorliegenden zweiten Band wieder einige Actionpanels, denen die Lautmalereien abhandengekommen sind und dadurch an Dynamik einbüßen. Schade.

 
Actionreiche Panels, allerdings nicht immer mit Lautmalereien.

Wer den zweiten, etwas schwächeren Teil verdaut hat und dem Wolf weiterhin die Treue hält, darf schon sehr auf den dritten Band gespannt sein. Denn der Cliffhanger, den Desberg aus dem Ärmel schüttelt, macht tierisch neugierig.

[Bernhard Erdmann]

Abbildungen © 2019 Schreiber & Leser


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