Frisch Gelesen Folge 45: Prison School 1

Veröffentlicht: Sonntag, 03. Mai 2015

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»Spannen?!!«
»W-wo denn spannen?!«
»Na wo wohl?! Spannen lässt sich am besten im Mädchenbad!!«
»Wo sonst?«
»D-d-d … darf man das denn? Einfach so?«
»Natürlich darf man das nicht!«
»Dann geht es also nicht …«
»Tja … Spannen ist, wenn man's trotzdem tut!!«


FRISCH GELESEN: Archiv


Prison School Band 1

Prison School Band 1

Story: Aira Hiramoto
Zeichnungen: Akira Hiramoto
Egmont Manga
Taschenbuch | 192 Seiten | s/w | 7,50 €
ISBN 978-3-7704-8454-6

Genre: Etchi-Manga, Erotik, Comedy, Gefängnis-Thriller

Für Leser, die das mögen: Manga Love Story, Nana & Kaoru, T&A

 


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Beim Spannen erwischt: Die »all-new, all-different« Schüler der Mädchen-Klasse

Okay. Ich geb's zu. Ich war so dermaßen darauf vorbereitet, diesen Manga schlecht zu finden. Schon alleine der Titel: Prison School. Gefängnisschule ...

Und dann dieser Plot: Ein Mädchen-Internat, Tokios traditionsreiche Hachimitsu-Oberschule, lässt mit dem neuen Schuljahr zum ersten Mal männliche Schüler zum Unterricht zu. Holdrio, heißa und juche!

Fünf vollpubertierende Jungen werden einem reizüberfluteten Internatsleben mit 1016 knapp bekleideten Mädchen ausgesetzt. Doch die feuchten Teenagerphantasien der fünf Jungspunde verwandeln sich schnell in Albträume, denn die Schule wird beherrscht von einem geheimen Schülerrat, der unter Ausschluss der Öffentlichkeit eine Art Zuchthaus betreibt, in das jeder gesteckt wird, der gegen die Schulregeln verstößt. Kontakt mit den weiblichen Schülerinnen geht zum Beispiel gar nicht. Wer diesen sucht, wird quasi ausgesperrt und nicht nur mit Worten gemaßregelt.

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Gibt's zum Glück nur in Tokio: Nicht die typische Schulatmosphäre

Wenn man sich als Leser einmal damit abgefunden hat, dass die Rahmenhandlung vollkommen plemplem ist, und das geht erstaunlich schnell, nämlich nach einer Handvoll Seiten, ist man mittendrin, in dieser haarsträubenden Männerphantasie, die ein neugierig machendes Eigenleben entwickelt. Akira Hiramoto schafft etwas, was andere nur vom Hörensagen kennen. Er entwirft mit Prison School nicht nur geschickt konstruierten Blödsinn, sondern inszeniert die Geschehnisse mit einem Gespür für Action und Comedy, dass man sich gerne auf die Welt des aberwitzigen Mädcheninternats einlässt.

Von den fünf Jungen haben alle irgendwie einen mehr oder minder großen Riss in der Schüssel. Der Normalste unter den Nerds ist noch Kiyoshi Fujino, der sich auch prompt in eines der Mädchen verliebt. Ansonsten haben wir einen tumben Fettsack, einen Choleriker, einen Fiesling und einen Kapuzenträger, der, ausgestattet mit einem üblen Bluthusten, wie ein Aussätziger wirkt. Manche der Fünf haben in ihrem bisherigen Leben mit einem Mädchen noch nicht einmal Worte gewechselt. So ist das Erste, was ihnen nach dem Unterricht in den Sinn kommt, auf eine Voyeur-Tour zu gehen.

Wenn man den ganzen Tag über »Busen- und Höschen-Blitzern« ausgesetzt ist, dann spielen spätestens abends irgendwann naturgemäß die Hormone verrückt. Mit schwarzen Ganzkörperanzügen geht's zum »großen Spann-Angriff« ins Mädchenbad. Eine Mission mit Folgen, denn sie fliegen nicht nur auf, sondern die Jungs werden geschnappt und zu einem Monat Zuchthaus verurteilt. Dort redet niemand ohne Erlaubnis mit der Gouvernante. Und wer nicht gehorcht, wird gemaßregelt. Und dazu gehört auch schon mal das Sauberlecken von Lederstiefeln.

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Konzentration unmöglich: Reizüberflutung im Internat

Man ahnt es schon: Den Manga gibt's nur in Plastik eingeschweißt zu kaufen. Empfohlenes Lesealter ist ab 16 Jahren. Die Teens, die in Scharen Shades of Grey gelesen haben, wird das alles, was in Prison School geboten wird, jedoch nicht wirklich schockieren.

Bereits mit den ersten paar Seiten begibt sich Hiramoto auf eine Gratwanderung zwischen den Genres. Egal, ob man es als Teenager-Schulcomic, fieses Gefängnisdrama mit Sadomaso-Elementen, überdrehte Komödie oder als Fünf-Freunde-müsst-ihr-sein-Story ansieht, über allem liegt diese latente erotische Stimmung, die von Akira Hiramoto mit seinen filmisch in Szene gesetzten Zeichnungen exzellent manifestiert wird. Man sieht keinen Sex und er wird nicht mal angedeutet, aber irgendwie liegt eine brünstige Wollust in der Luft, eine dampfende Begierde, wie sie nur spitzen Teenagerphantasien entspringen kann. Das ist nicht wirklich erregend, zumindest nicht für ausgewachsene Männer mit stimmigem Sexleben, aber unerklärbar spannend und amüsant zu lesen.

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Wer nicht hören will, muss fühlen ... und wird hart bestraft

Von der Serie sind im Original bereits 16 Bände erschienen. Auch wenn sowohl Thema, als auch die Zeichnungen sicherlich eine gewisse Kernklientel ansprechen, birgt der Start einer solchen langen Reihe ein gewisses Risiko für Egmont Manga. International hat Prison School, wenn man den Berichten Glauben schenken darf, bereits eine große Fangemeinde. Der Auftaktband ist wider Erwarten gelungen und, das zu schreiben ist fast schon peinlich, man bekommt Lust auf mehr. [Matthias Hofmann]

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Dumm gelaufen: Kiyoshi fällt vom Baum unter dem eine Schülerin pinkelt

Abbildungen © 2011 Akira Hiramoto / Kodansha Ltd.


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