H.G.Wells: Die Zeitmaschine

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BLOG: Comic heut' nich' - Folge 14: GCT-Comics - Teil 4

Simpsons für umme

Morgen ist Gratis-Comic-Tag! Wer ein paar An- oder Abregungen zur Entscheidungsfindung braucht, dem wird bei CRON geholfen. Matthiaz hat inzwischen alle 30 Gratishefte vorab gelesen und leiert sich die Kommentare aus dem Kreuz als gäbe es kein Morgen.

Comic heut' nich', Comic morg'n …cr ICON-FastFacts

Rapid Comicz Commentz von Matthiaz Hofmann
2013/KW19 – Folge 14: GCT-Comics, Teil 4 von 5

Mann, Mann, Mann. Ich bin ja Deadlines gewöhnt, aber das ist schon eine Herausforderung. Den Gratis-Comic-Tag kann man leider nicht verschieben wie z.B. einen Redaktionsschluss und so stricke ich heute mit der glühend heißen Nadel die vorletzten Kommentare.

Hier noch einmal die drei Wertungen, die ich anwende:

  • »Haben-muss« (must-have )
  • »Engere Auswahl« (short-list)
  • »Kann man nehmen, muss man aber nicht« (nice-to-have)

Und weiter geht's ...


The Changer

The Changer/Wahre Helden

PlemPlem Productions/Mdthings Productions
52 Seiten, Ausgewählte Leseproben

 

Hier bin ich fast gezwungen meinen Kommentar zu Whoa! Comics vom letzten Jahr zu wiederholen. Sie sind noch jung und frisch und brauchen das Geld. Ähh, oder besser verplempern ihr Geld. Ich spreche von PlemPlem Productions, einem jungen Indie-Verlag, die noch voll auf der Heftchen-Welle reiten, einem großen Boom, der längst passé ist.

Geboten werden vorwiegend Bruchstücke. Die im Heft abgedruckten Comics von dem Roboter Sanchez sehen noch genauso aus wie die von 2012. Abgefahrene, schräg humorige, sehr US-amerikanisch geprägte Comicunterhaltung für eine Zielgruppe, die schwer zu ermitteln ist. Die PlemPlem-Leute sind offenbar eine lustige Truppe, aber nur »Spaß an der Freud‘« reicht letztlich nicht aus. Die Bühne Gratis-Comic-Tag scheint eine Nummer zu groß dafür.

Die Zeichnungen sind insgesamt noch sehr entwicklungsfähig, manches sieht amateurhaft aus. Zwar ist die Kolorierung etwas besser als noch vor einem Jahr, aber immer noch recht unbeholfen. Zum Glück nehmen sich Christopher Kloiber und seine Kumpels selbst nicht so ernst.

Die Hauptgeschichte (»The Changer«), der einzige ernsthafte Beitrag in diesem humoristischen Sammelsurium, ist gezeichnet von Thomas Wagner, der durchaus Potential erkennen lässt. Die Story ist nur ein Appetizer, der nicht viel aussagt. All das ist schon x-mal bei Verlagen wie Image irgendwie vorexerziert worden, aber als Weg zur Reifeprüfung für junge kreative Fan-Artists völlig okay.

Als Flip-Book mit eigenem Cover gibt es die Geschichte »Wahre Helden« von Sebastian Müllerwerth (Story) und Boris Mihajlovic (Zeichnungen), eine Superhelden-Parodie, die ebenfalls nicht als originell bezeichnet werden kann, aber zumindest grafisch gefällt. >>Riz! hat wirkliches Talent, sowohl was Beherrschung der Anatomie als auch die Darstellung schöner Grafik anbelangt.

Insgesamt ist dieses Heft wohl unter den »Top 3« der sperrigsten Titel in diesem Jahr anzusiedeln. Die Händler werden es hassen, die Leute, die Kurioses und junge Zeichnertalente suchen, werden hier aber fündig. Über die abgestandenen Inhalte muss man hinwegsehen. »Kann man nehmen, muss man aber nicht«

The Changer Leseprobe 1: Sanchez

The Changer Leseprobe 2: The Changer


Donald Duck

Donald Duck

Ehapa Comic Collection

Comics für KIDS

32 Seiten, abgeschlossene Geschichte


Dies ist der obligatorische Disney-Beitrag. Viel darüber zu schreiben, hieße Eulen nach Athen tragen. Aus aktuellem Anlass hat man einen Comic von Giorgio Cavazzano ausgesucht. Der Stil des italienischen Duck-Meisters ist unverkennbar. Seine Zeichnungen prägten den Look der Comics in den Lustigen Taschenbüchern für alle Zeiten.

Geboten wird eine Story mit Donald und Dussel, die als Geheimagenten im Auftrag des DGD (Duck’schen Geheimdienst) in Venedig unterwegs sind, um ein Gefäß zu lokalisieren, welches aus unzerstörbarem Material besteht.

Die Geschichte gab’s schon mal in einem LTB (Nr. 389) und sie ist auch im aktuellen Hardcover der Disney-Autorenreihe Die besten Geschichten von Giorgio Cavazzano zu finden. Wenn man nicht gerade ein Disneycomic-Komplettsammler ist, sollte man lieber das aktuelle LTB kaufen und stattdessen, einen anderen Kids-Titel mitnehmen, z.B. Monster Allergy. »Kann man nehmen, muss man aber nicht«

Donald Duck Leseprobe

 


U-COMIX Nr. 182

U-Comix Nr. 182

Undergroundcomix.de

52 Seiten, komplettes Heft


Lieber Steff,

warum hast du das gemacht? Ich mache mir große Sorgen. Nicht um Dich, Du gehst Deinen Weg, aber um Dein neues Baby. Ich habe U-Comix gelesen und schwanke zwischen Enttäuschung und Bestürzung. Das war wahrscheinlich vorprogrammiert, denn bei diesem schwierigen Projekt, einer wahrlichen »Mission Impossible«, kann man es kaum einem Recht machen.

Sind das wirklich die besten Beiträge, die für den Neustart von U-Comix eingereicht wurden? Ist das die brummende deutsche (Underground-)Comicszene? Ich will es nicht wahr haben.

Symptomatisch ist der Comic von Stephan Hagenow. Es gibt auf der ganzen Welt keinen Comiczeichner, der über Dekaden hinweg so viele Seiten »erstellt« und sich dabei so wenig weiterentwickelt hat, wie das Hamburger Urgestein. Er, der bei Gringo, Zack, EPSiLON und vielen anderen Orten mit der immer gleichen Formel unterwegs ist, soll in U-Comix zeigen wo der U-Comix-Hammer hängt? Dafür wurden andere Talente abgelehnt oder auf die nächsten Ausgaben vertröstet? Ich kann und will es nicht glauben.

Überhaupt: Wieso wirkt das Heft an manchen Stellen wie ein Fanzine? Warum entsteht bei mir der Eindruck, Du hättest Dir nicht genug Zeit genommen, um am Konzept zu feilen? Wieso kommen vor allem Deine Kumpels in U-Comix vor? Was soll mit Deinem U-Comix zelebriert werden? Etwa die Tatsache, dass der wahre Zeitgeist einen großen Bogen um das Konzept gemacht hat?

Der große Lichtblick ist ausgerechnet Gilbert Shelton mit seinen Freak Brothers. Das ist Spitzenunterhaltung für die U-Comix-Nostalgiker. Das hat Identität und eine Seele. Das ist Leuchtturm und Anker zugleich für die Leute, die das Heft von früher kennen. Aber der Rest? Er ist nicht wirklich schlecht, aber er ist nicht gut genug. Das können alle besser. Mal ehrlich: Das Ergebnis sieht aus wie »besoffen voll an die Wand gefahren und alle Insassen haben auf wundersame Weise überlebt«.

Bitte tu mir den Gefallen: Steh auf, wisch das Blut weg, ignoriere die Schmerzen und reiß Dich zusammen. Nimm von mir aus den alten Hippie-Van vom Shelton und lade ein paar Deine Zeichnerkollegen ein, aber nimm auch andere mit. Künstler, denen der Arsch, die Finger und das Hirn brennen, weil sie den Drang haben WIRKLICH kreativ zu sein und geile, abgefahrene Comix zu zeichnen. Und dann fahre bitte in die richtige Richtung, vorbei an Schlaglöchern und Hauswänden. Wenn einer das kann, dann Du! Ich meine es nur gut!

Mit den allerbesten und sehr ehrlichen Grüßen und Wünschen,

Matthias

Die Wertung mag überraschen. Um zu sehen, was alles falsch gemacht werden kann, um die weitere Entwicklung des neuen U-Comix später belegen zu können, und weil ich fühle, dass Steff Murschetz und seine Crew noch Großes damit vollbringen werden: »Haben-muss« (must-have)

U-Comix Nr. 182: Stephan Hagenow


Jimmy BeaulieuJimmy Beaulieu

Schreiber & Leser

32 Seiten, Auswahl an Kurzcomics

Oh mein Gott. Der nächste Rohrkrepierer. Was ist denn nur los? Letztes Jahr hatte der Verlag Schreiber & Leser eines der glücklichsten Händchen bei der Auswahl seines GCT-Hefts. Philipp Schreiber, ein Verleger, den ich sehr schätze und der mir hoffentlich diesen Text nicht übel nimmt, hat ein Gespür für interessante Zeichner und Comics. Das ist Fakt. Was ist passiert?

Mit dem Kanadier Jimmy Beaulieu hat er einen Künstler ins Programm genommen, der unglaublich talentiert ist. Seine Zeichnungen sind von einem locker-flockigen federleichten Strich getragen, der die Darstellung seiner Frauen sehr feminin erscheinen lässt. Gleichzeitig webt er eine unterschwellige Erotik in seine Kunst, die geradezu betörend wirkt (es sei denn, man steht auf Magermodels). Seine Kunst ist es, erwachsene Slice-of-Life-Themen zu wählen, die sich oft auch um sexuelle und erotische Aspekte drehen, die seine Comics gleichermaßen für Männer und Frauen anziehend und damit interessant machen.

In Ein philosophisch pornografischer Sommer entführte uns Beaulieu in ein verlassenes Strandhotel im Norden Kanadas, in welchem ein Regisseur mit seiner Freundin und einem weiteren Paar den Sommer verbringt, und alle dabei viel reden und viele frivole Dinge tun. Ein wirklich schön anzusehendes Stück Erwachsenencomic, das mit zwischenmenschlichen Erwartungen spielt, die enttäuscht werden oder auch nicht.

Jetzt kommt dieses GCT-Heft um die Ecke und erweist sich in der vorliegenden Form als absoluter Fehlgriff. Die darin enthaltenen Geschichten verdienen eher die Klassifizierung Fingerübung. Bis auf die erste Story, die Teil einer größeren Aktion von eher politischen Dimensionen ist (das zu erklären würde den Platz hier sprengen), die aber deplatziert wirkt, schwankt der Gehalt der Geschichten zwischen leicht banal und völlig banal. Herrje, bei mir stellte sich sogar der gefürchtete »In-zehn-Minuten-gelesen-und-vor-drei-Minuten-vergessen-Effekt« ein.

Das einzig Gute an dem Heft ist, dass es andeutet (A-N-D-E-U-T-E-T!) wie beschwingt und von der Muse geküsst Jimmy Beaulieu zeichnen kann. Das Dilemma war wohl, dass man keine passenden Passagen aus den regulären Bänden (mit Nachtstück ist gerade der zweite Titel erschienen) gefunden hat, um sie im GCT-Umfeld zu präsentieren. Zum Reinschnuppern taugt das GCT-Heft nichts. Nada.

Es hat eher den gegenteiligen Effekt. Es wird dem Oeuvre Beaulieus nicht gerecht. Philipp Schreiber, wie eingangs geschrieben, hat nach wie vor eine gute Nase für gute Comics. An dem Tag, als er diese Comicseiten ausgewählt hat, waren wahrscheinlich zu viele Pollen in der Luft. »Kann man nehmen, muss man aber nicht«

Jimmy Beaulieu Leseprobe


Holzhof Comix 3

Holzhof Comix 3

Holzhof Verlag

52 Seiten, Auswahl von Kurzgeschichten


Ich empfehle hier meinen Text vom letzten Jahr, der zu 99% noch einmal hier stehen könnte. Die dritte Ausgabe der jährlichen DDR-Comics-Reminiszenz, die den Bogen spannt von längst vergessenen Ostalgie-Comics hin zu aktuellen Vertretern wie dem Schwarwel sein Schweinevogel, dürfte für das Gros der deutschsprachigen Comicfans mehr oder weniger uninteressant sein.

Am Heft an sich gibt’s gar nichts auszusetzen. Guido Weisshahn, der Leiter des Holzhof Verlags, ist eine Koryphäe auf dem Gebiet DDR-Comics. Seine Publikationen sind liebevoll und kundig zusammengestellt. Vor seinem Einsatz und seiner Arbeit muss man anerkennend den Hut ziehen.

Die hier gebotenen Inhalte dagegen wirken teilweise so, dass man sich ernsthaft fragt, wer und wie viele Leute nach diesen Willy-Moese-DDR-Klassiker-Strips gerufen haben, und ob die Anzahl es rechtfertigt diese Comics aus der Versenkung zu holen. Das können doch nicht mehr als zwei Dutzend Hansel gewesen sein?

Die neuen sonstigen Beiträge stammen von der aktuellen Riege ostdeutscher Comicschaffenden: Jan Suski, Schwarwel, Hagen Flemming, Dirk Seliger … man muss das weder lustig, noch originell, noch innovativ finden, aber es zeigt, dass die Szene lebt und dort Leute aktiv sind, die ihr Comichandwerk verstehen. »Kann man nehmen, muss man aber nicht«.

Holzhof Comix Heft im Heft


Simpsons Comics für umme!

Simpsons Comics für umme!

Panini

Comics für KIDS

32 Seiten, abgeschlossene Geschichten

Zum vierten Gratis-Comic-Tag gibt’s zum vierten Mal Bart, Homer & Co. »für umme«. Da weiß man, was man bekommt: eine Selektion abgeschlossener Kurzgeschichten rund um Matt Groenings Chaotentruppe, die stets den Geist der TV-Serie treffen.

Wie es so ist bei Sammlungen von Kurzcomics, das Ergebnis ist »Hit-and-Miss«. Nicht jede Story trifft ins Schwarze. Panini übernimmt in der Regel die FCBD-Hefte aus den USA von Bongo. Eine sichere Bank. Als Simpsons-Fan kann man hier nicht in die Scheiße greifen.

Da die Simpsons Kult sind: »Engere Auswahl« (short-list)

panini bongo1


Alle Hefte 2013 - Kurz kommentiert: Teil 1 - Teil 2 - Teil 3 - Teil 4 - Teil 5


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Mit »Comic heut' nich', Comic morg'n …« räumt Matthiaz [sic!] auf, denn jede Woche flattern ziemlich viele Comics auf seinen Redaktionstisch. Nicht alles eignet sich für lange Abhandlungen, aber vieles ist es wert, dass man ein paar Worte darüber verliert. Also macht er es sich bequem und schreibt darüber. Und manchmal auch darüber hinaus …

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