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Bon Anniversaire! Vor 70 Jahren erschien das erste Tintin-Magazin

Es ist eines der groß gefeierten Ereignisse der frankobelgischen Comicszene: Der 70. Geburtstag des Tintin-Magazins, das zwar seit 1988 nicht mehr erscheint, aber dessen Einfluss noch heute spürbar ist. Mit Sonderpublikationen, breit angelegter Berichterstattung in französischsprachigen Medien und nicht zuletzt durch eine gerade eröffnete Hergé-Ausstellung im Pariser Grand Palais wird auf die kulturelle Bedeutung des Magazins aufmerksam gemacht. CRON bietet einen besonderen Einblick.

Das Magazin TINTIN

Das Titelbild von Tintin 1/1946. © 2016 Hergé/MoulinsartGeleitet von dem Bestreben, Hergés Serie Tim und Struppi eine Veröffentlichungsplattform zu geben, hob der belgische Verleger Raymond Leblanc im September 1946 das Magazin Tintin aus der Taufe. Neben Hergé, dem die künstlerische Leitung übertragen wurde, sollte auch Edgar P. Jacobs und seine eigens dafür gestartete Serie Blake und Mortimer das von Leblancs Verlag Éditions du Lombard herausgegebene Magazin vom Start weg prägen. In der ersten Ausgabe feierte ebenfalls Paul Cuveliers Serie Corentin ihr Debüt und für Tim und Struppi begann das Abenteuer »Der Sonnentempel«, welches auch das Titelbild zierte. Darüber hinaus steuerte Jacobs’ Freund aus Studienzeiten Jacques Laudy seine Version der Sage von den vier Haimonskindern bei, während Jacobs selbst nicht nur H. G. Wells’ Der Krieg der Welten und den ersten Teil eines redaktionellen Beitrags über die Geschichte der Brüder der Küste illustrierte, sondern auch die erste Seite von »Der Kampf um die Welt« präsentierte.
Diese erste Ausgabe des Magazins wurde in einer Auflage von insgesamt 80.000 Exemplaren in sowohl einer flämischen wie auch wallonischen Ausgabe vertrieben, wobei die flämische Version den Namen Kuifje trug. Im März 1948 fand Leblanc in dem französischen Verleger Georges Dargaud einen Partner, der zunächst den Vertrieb des Magazins im Nachbarland übernahm, bevor am 28. Oktober 1948 die erste französische Ausgabe erschien. 1950 wurde die Reihe Collection du Lombard, in der die besten Geschichten des Magazins in Albenform erschienen, ins Leben gerufen.

Im Laufe der Jahre sollte sich Tintin zu einem der einflussreichsten europäischen Comicmagazine entwickeln. Es gab italienische und portugiesische Ausgaben, und auch das in Deutschland vom Koralle-Verlag herausgegebene Zack-Magazin wäre ohne vom Tintin-Magazin übernommene Helden wie Dan Cooper, Cubitus, Bruno Brazil, Andy Morgan oder Luc Orient nicht denkbar gewesen. Bis zu seiner Einstellung im Jahr 1988 sollte das Tintin-Magazin einer Vielzahl von aufstrebenden Autoren und Zeichnern als Karrieresprungbrett dienen und mehrere Generationen von Lesern begeistern.

Dicker Wälzer zum Jubiläum. © 2016 Hergé/Moulinsart

Zur Feier des 70. Geburtstags wurde von Le Lombard in Zusammenarbeit mit Éditions Moulinsart nun der 777 Seiten starke Sammelband La grande aventure du journal Tintin 1946-1988 herausgegeben, der bekanntes Material vorstellt. Die Freude über das Jubiläum wird allerdings durch die Erkenntnis getrübt, dass Leser, die bei der ersten Ausgabe des Tintin-Magazins sieben Jahre alt waren, nun der anvisierten Zielgruppe der »Zeitschrift für Jugendliche von 7 bis 77 Jahren« entwachsen.

Paris Match feiert Tintin. © 2016 Hergé/Moulinsart/Paris-Match

Auch das ist die Magie von Tintin: eins der populärsten Pariser Politikmagazine, Paris-Match, das die Titelseite normalerweise Präsidenten und Königen vorbehält, widmet tatsächlich eine ganze Ausgabe dem pfiffigen Reporter und Gästen wie Blake und Mortimer, Rick Master, Corentin, Anatol, Michel Vaillant, Alix, Percy Pickwick, Thorgal. Und siehe da – das alles sind Helden, die mit neuen Autoren wieder auferstanden sind, ohne Ausnahme!

Zur Feier des Jubiläums gewährt CRON einen exklusiven Einblick in die erste Ausgabe des Tintin-Magazins und blättert aufmerksam durch die Debütausgabe vom 26. September 1946. So hat jeder die Gelegenheit, sich nicht nur an dem sattsam bekannten Titelbild oder einzelnen Comicseiten zu erfreuen, sondern den kompletten Inhalt zu betrachten. [Peter Nover & Didier Pasamonik]

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