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Frisch Gelesen Folge 30: Weissblech Magazin 1

Weissblech Magazin 1: Halloween Horror

»Habt Ihr euch auch schon gewundert, warum der Verleger es zulassen konnte, dass diese schrullige Kopie meiner gewichtigen Horrorserie HORRORSCHOCKER erscheint? Dazu noch als schamloser Cash-in Versuch zu einem ohnehin schon völlig überkommerzialisierten Pseudofeiertag? Nun, das werde ich euch erzählen …«

Charon, der HORRORSCHOCKER-Erzähler, zu Beginn der Geschichte »Seance«


FRISCH GELESEN: Archiv


Weissblech Magazin 1: Halloween Horror

Weissblech Magazin 1: »Halloween Horror«

Story: diverse
Zeichnungen: diverse
Weissblech Comics
Softcover | 52 Seiten | s/w | 7,80 €
ISBN 978-3-86959-033-2

Genre: Horror

Für Leser, die das mögen: Horror, Trash, Schwarzweisscomics, alte Gespenster-Geschichten-Hefte (Bastei)

 


Levin Kurio und sein Weissblech-Verlag sind schon ein kleines Phänomen: 1993 gegründet, hat sich der rührige Kleinverlag mittlerweile zum Aktivposten der Szene entwickelt. Mit selbstkopierten Fanzines (Koma Comix) fing alles an, setzte sich dann mit Weissblechs Weltbesten Comics (WWC) und den Drogengeilen Teenieschlampen fort – und heute zieren Trash-Perlen wie Bella Star oder Jörg Buttgereits Captain Berlin das Verlagsprogramm. Außerdem: Das Heft Horrorschocker, Weissblechs Aushängeschild seit 2004, ist mittlerweile sogar schon bei Ausgabe 37 angelangt.

Kurios neuster Streich ist nun Halloween Horror, ein rund 50-seitiger Band im Albenformat und gänzlich in schwarzweiß.

Halloween Horror

Die Toten nehmen grausame Rache (aus: »Der lebende Friedhof« von Levin Kurio)

Die erste Geschichte ist »Der lebende Friedhof«, gezeichnet und getextet von Meister Kurio himself. Die Story verrät Anklänge an de Film Poltergeist (USA, 1982; Regie: Tobe Hooper) und handelt von der Bebauung eines Friedhofes sowie den düsteren Konsequenzen, die dies nach sich zieht: Die Toten begehren schließlich auf, mutieren zu einem riesigen Friedhofsmonster und suchen ein nahegelegenes Städtchen heim. Doch am melancholischen Schluss der Geschichte flieht das Monster in die Einsamkeit der Wälder und wendet sich ganz am Ende mit der Frage an den Leser: »Weißt du nicht einen Platz für uns?«

Diese Geschichte ist bereits in einer – vergriffenen – Ausgabe des Weissblech-Magazins Horrorschocker erschienen und lebt ganz vom naiven Charme der Kurio-Story.

Die nächste Story heißt »Das Ding aus dem Krater«. Szenario und Text stammen hier von Frank Flöthmann, die Zeichnungen von Rainer F. Engel. Flöthmann erzählt die Geschichte eines UFO-Absturzes im Jahr 1850, was ebenfalls zu unheimlichen Verwicklungen führt …

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Der Weissblech-Verleger und seine Crew auf dem Weg zu einer übersinnlichen Erfahrung (aus: »Seance« von Levin Kurio/Roman Turowski)

Im Zentrum von »Ameisenrache« (Text und Zeichnungen: The Lep) steht indes ein junges Pärchen, das gerade ein Eigenheim bezogen hat. Doch das Idyll wird von finsteren Ameisen getrübt, die es auf das Pärchen abgesehen haben …

»Der Schatz der Templer« (Levin Kurio/Roman Turowski) entführt uns erneut in ein vergangenes Jahrhundert, ist aber die schwächste Story des Bandes. Überzeugender ist hingegen »Aberglaube« von Kolja Schäfer. Die achtseitige Geschichte ist eine recht originelle Variante des alten Vampir-Themas.

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Aus dem Jenseits erscheint der Horror-Verleger Myron Fass und erteilt Ratschläge. (aus: »Seance« von Levin Kurio/Roman Turowski)

Abgerundet wird Halloween Horror von der selbstironischen Geschichte »Seance« (Kurio/Turowski): Der Weissblech-Verleger und sein Team suchen darin ein weibliches Medium auf, das ihnen zum übersinnlichen Kontakt mit einem verstorben Horrorcomic-Verleger verhilft. Dieser rät ihnen, um noch mehr Kohle zu scheffeln, einfach alte Geschichten neu zu veröffentlichen – wodurch schließlich das vorliegende Heft entsteht...

Die Geschichten in diesem Band sind von unterschiedlicher Qualität; trotzdem kann Halloween Horror durchaus als gelungene Kostprobe des Weissblech-Programms dienen. Schön wäre es aber natürlich, wenn Kurio bei kommenden Ausgaben nicht wieder auf den Resterampen-Zug aufspringen und auf mehr exklusives Material zurückgreifen würde.

Seltsam? Aber so steht es geschrieben … ;-)

Jörg Petersen

Abbildungen © 2014 Weissblech Comics


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