Frisch Gelesen Folge 92: Aquaman Anthologie

Hauptkategorie: Rezensionen Kategorie: Panini Veröffentlicht: Montag, 10. Dezember 2018 Geschrieben von Marcus Koppers

»Es gibt ein paar Unwissende, die mich für eine Art drittklassigen Helden halten! … Ich bin Aquaman, König der sieben Meere und ich bin der Beste!«


FRISCH GELESEN: Archiv


Aquaman Anthologie

Story: Mort Weisinger, Robert Bernstein, Jack Miller, Paul Levitz, Gerry Conway, Geoff Johns u.a.
Zeichnungen: Paul Norris, Nick Cardy, Jim Aparo, Patrick Gleason, Ivan Reis u.a.

Panini
Hardcover | 404 Seiten | Farbe | 35,00 €
ISBN: 978-3-74160-945-9

Genre: Superhelden, Fantasy, Abenteuer

Für Leser, die das mögen: klassische Superhelden, Artussage und Game of Thrones


 

Er ist der König der sieben Weltmeere, Gründungsmitglied der Justice League und ein Verfechter für das Gute und dennoch hat Aquaman ein gravierendes Imageproblem. Fragt man die Menschen auf der Straße nach ihrer Meinung zum Superhelden, bekommt man häufig zu hören: »Aquaman ist scheiße.« Grund dafür ist vor allem die erfolgreiche Comedy-Serie The Big Bang Theory. Darin wird der blonde Superheld häufig verspottet, und da sie in einer gefühlten Dauerschleife über die Bildschirme flimmert und Aquaman-Comics in Deutschland eine eher überschaubare Nische bedienen, hat der König von Atlantis einen schweren Stand. Pünktlich zum Start des ersten Kinoabenteuers von Arthur Curry bringt Panini Comics eine dicke Anthologie heraus, die die zentralen Momente in Aquamans siebenundsiebzigjähriger Karriere beleuchtet. Die ideale Gelegenheit, um sich selbst ein Bild zu machen und die weitverbreiteten Vorurteile zu hinterfragen.


Erster Auftrit 1941: »Wie eine Klinge durchplügt Aquaman das Wasser.«

Gerade die Anfänge der Anthologie sind hervorragend ausgewählt und zeigen wichtige Schlüsselmomente in Aquamans Leben. Vom ersten Auftritt in More Fun Comics #73 über den ersten Auftritt von Aqualad, der Hochzeit mit Mera bis hin zu einigen prägenden Schicksalsschlägen ist alles dabei. Jedem Kapitel ist ein unterhaltsamer redaktioneller Text vorangestellt, der die Geschichte in den historischen Kontext einordnet, das Kreativteam vorstellt und sogar einen Einblick in die deutsche Veröffentlichungsgeschichte gewährt. Die Auswahl der neueren Aquaman-Ausgaben ist dabei weniger gelungen. So packen die Stuttgarter Herausgeber einzelne Kapitel aus einem längeren Handlungsbogen in das Buch. Warum ausgerechnet Kapitel drei und vier aus der sechsteiligen Geschichte »Amerikanische Flut« ausgewählt wurden, bleibt ebenso schleierhaft wie der Abdruck des ersten und sechsten Kapitels von »Tod eines Königs«.
Die Schurkenriege von Aquaman kommt ebenfalls nicht zu kurz. So werden Black Manta, Ocean Master und Scavenger mit ausgewählten Heften vorgestellt. Besonders informativ sind die Abwandlungen der Motive und Entstehungsgeschichten einzelner Schurken im Laufe der Zeit. Dies arbeiten die Panini-Redakteure kurzweilig heraus.


Aufbruch in ein neues Jahrzehnt: Robert Bernsteins und Ramona Fradons
»Der Junge von Atlantis!« (1960).

Insgesamt bietet die Anthologie viele Informationen und eine nostalgische Zeitreise durch die mannigfaltige Unterwasserwelt des DC-Universums. Und ja, die Nerds aus The Big Bang Theroy machen sich zu Recht über Aquaman lustig, der zu Beginn seiner Karriere Dinge androhte wie:»Ich werde euch mit Liebe ertränken«. Die Zusammenstellung macht aber auch deutlich, dass Aquaman viel mehr ist als ein Fisch-Flüsterer mit einem schuppigen Kostüm.

[Marcus Koppers]


(Neu-)Anfänge: eine der vielen (Wieder-)Geburten Aquamans, gezeichnet von Alex Ross
und geschrieben von Paul Dini in JLA: Secret Origins
(2002). 

Abbildungen © 2018 Panini/DC Comics


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